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Sie sind hier: frühe Keltenzeit

Avangard der Eisenzeit

Als eine der letzten großen eigenständigen Kulturen nördlich der Alpen tritt uns die Welt der Kelten entgegen. Mit einer außergewöhlichen Formensprache zieht uns die keltische Kunst noch heute in ihren Bann.

Das "keltische Jahrtausend" wird allgemein in die Hallstattzeit (ca. 800 bis 450 v.Ch.) und in die Laténezeit (ca. 450 v.Ch bis um Christi Geburt) unterteilt. Im Spannungsfeld zwischen erst friedlichen, dann kriegerischen Kontakten mit den antiken Kulturzentren am Mittelmeer, ging die keltische Welt schließlich während der Gallischen Kriege Caesars ganz im Machtbereich des Römischen Imperiums auf.

Die wenigen verbliebenen freien keltischen Gebiete in Irland und Schottland konnten einige Reste der alten keltischen Kultur bewahren. Heute prägen diese Regionen die allgemeine Vorstellung von "den Kelten". Das diese Überreste jedoch wenig mit dem Leben der Menschen im ersten vorchristilchen Jahrtausend zu tun haben, liegt auf der Hand. Auch die naturromantischen und esoterischen Vorstellungen, die allgemein über die Kelten kursieren, haben nichts mit diesem historischen Volk zu tun. So stammt der angeblich keltische Baumkalender nicht aus vorgeschichtlichen Tagen, sondern aus der Redaktion einer französischen Frauenzeitschrift aus den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts!

Um diesen Missverständnissen entgegenzutreten, wollen wir, auf der Grundlage aktueller archäologischer und sonstiger wissenschaftlicher Erkenntnisse, mit unserer Darstellung ein möglichst realistisches Bild der Kelten in der Zeit um 450 v. Ch. vermitteln.

Die Hunsrück-Eifel-Kultur (HEK) stellt eine regionale Sonderform der keltischen Kultur dar. Für unsere Darstellung haben wir uns zur Aufgabe gemacht, die Bewohner eines Gehöftes in der Gruppe Obere Nahe der jüngeren Hunsrück-Eifel-Kultur zu rekonstruieren. Da für eine solche Rekonstruktion nicht für alle Lebensbereiche in ausreichendem Maße Fundmaterial zur Verfügung steht, müssen wir hierbei jedoch sowohl zeitlich als auch räumlich zum Teil erheblich über diesen Rahmen hinausgreifen. Dennoch achten wir hierbei auf die erforderliche Plausibiliät der Gesamtdarstellung und legen ein besonderes Augenmerk darauf, die Besonderheiten der Hunsrück-Eifel-Kultur in unsere Darstellung einfließen zu lassen.